
Die Zukunft
gleicht einem Baum, dessen Äste laufend
beschnitten werden müssen, damit sich exzellente Früchte bilden
können.
Obgleich angesichts voller Regale der Gemüseabteilung
in Supermärkten
der Eindruck entstehen könnte, dass Lebensmittel in ausreichendem Umfang
zur Verfügung stehen und Mangelversorgung ein Schrecken der Kriegs-
und Nachkriegszeit war, erleben eigenartigerweise immer mehr „Nahrungsergänzungsmittel“ einen
konjunkturellen Aufschwung. Nahrungsergänzungsstoffe sollten jedoch überflüssig
sein, da der Körper normalerweise durch die Aufnahme von Lebensmitteln
mit allen notwendigen Stoffen versorgt wird. Natürlich liegt hier der
Hund im Pfeffer begraben; die Lebensmittel sind schon lange nicht mehr,
was sie einmal waren; und so reicht die Nahrungsaufnahme nicht mehr aus!
(Ausgenommen von dieser Aussage sind in der Regel die biologisch produzierten
Lebensmittel.) Ermöglicht wurde dieser Negativtrend durch die Einführung
neuer Technologien und daran angepasster Pflanzen. Hier spielen die Hybriden
die erste Geige. Vergiftungserscheinungen ruft deren Verzehr nicht hervor,
wohl aber Mängel in der Versorgung des Körpers. Es gibt Untersuchungen,
die belegen, dass beispielsweise Hybriden-Möhren optisch normalen Möhren
gleichen, jedoch diesem Vergleich unter einem Mikroskop nicht standhalten:
außen hui, innen pfui! Gefährlich schöne neue Welt; neben
dem Triumph von Chemie und Gentechnik wird die Menschheit peu à peu in eine
noch nie da gewesene Abhängigkeit gestürzt! Die Abhängigkeit
von einer industrialisierten Entwicklung, an deren Ende gegessen wird, was
in die Regale kommt, auch wenn es – in welcher Form auch immer - den
Laboratorien multinationaler Konzerne entsprungen ist.
Dagegen sind alte Kulturpflanzen immer noch die beste Alternative.
Vom Wesen alter Kulturpflanzen
Im Garten überzeugen alte Gemüsesorten
mit ihrer Beständigkeit
und der Anspruchslosigkeit, die nur sie auszeichnet; schlechte Böden,
ungünstige Laben, Trockenheit und Schädlingsbefall - alles in
allem Widrigkeiten, denen alte Kulturpflanzen gewachsen sind; Schädlinge
treten in der Regel selten auf. Darüber hinaus blieben sie von der
Gentechnik verschont und benötigen keine Chemie. Die Kultur alter Gemüsesorten
empfiehlt sich gerade Laien, da sie im Garten so unproblematisch sind! Außerdem
sind sie dekorativ: die Blüten der Haferwurzel beispielsweise erinnern
an die Blüten
der Gerbara.
... Und vom Nutzen
Historische Gemüse brillieren mit einem beispiellos
gewaltigen Geschmackspotential, einer immensen Vielseitigkeit bei der
Verwendung in der Küche und wahnsinnig
vielen Inhaltsstoffen, so dass der Verzehr zudem einen überaus positiven
Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden ausüben kann. Die Pastinake
zum Beispiel - in den USA zum Gourmetgemüse erhoben und in England
als DAS traditionelle Weihnachtsgemüse verehrt - soll das Einschlafen
und einen erholsamen Schlaf fördern, hilfreich bei Verdauungsbeschwerden
sowie Magenschmerzen sein, sich günstig bei Blasen- Nieren- und Steinleiden
auswirken, sowie die Funktion der Leber unterstützen. Der Clou: Dank
des hohen Gehalts an Inulin ist der Verzehr Diabetikern besonders zu empfehlen.
Dass der Verzehr sich auch bei Potenzproblemen hilfreich erweisen soll,
sei mit der Tatsache belegt, dass Nonnen und Mönchen Pastinaken früher
verboten waren (in der SSR hieß eine Sorte „Hurensellerie“!).
Doch auch andere Gemüsesorten, sei es Topinambur, Portulak, Melde,
und und und..., weisen ähnliche medizinische Wirkungen auf. Portulak
wurde von amerikanischen Wissenschaftlern als „Herztonikum“ bezeichnet.
Nahrung soll und kann Heilmittel sein...
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